Bin ich ein People Pleaser? Woran man es erkennt
Sie helfen gern, Sie sind zuverlässig, und auf Sie kann man sich verlassen. Das sind gute Eigenschaften. Manchmal steckt hinter dieser Hilfsbereitschaft aber etwas anderes: die Angst, andere zu enttäuschen, und das Gefühl, nur dann in Ordnung zu sein, wenn alle zufrieden sind.
Im Englischen gibt es dafür den Begriff People Pleasing. Gemeint ist das Muster, es allen recht machen zu wollen, auch auf Kosten der eigenen Bedürfnisse. People Pleasing ist keine Diagnose und keine Krankheit, sondern ein Verhaltensmuster.
Hilfsbereit oder People Pleaser?
Von außen sehen Hilfsbereitschaft und People Pleasing oft gleich aus. Der Unterschied liegt im Inneren. Wer hilfsbereit ist, tut etwas für andere, weil man es möchte, und kann trotzdem Nein sagen. Beim People Pleasing steht dahinter eher die Sorge, abgelehnt oder kritisiert zu werden. Das Ja fühlt sich dann weniger wie eine freie Entscheidung an und mehr wie eine Pflicht.
Auf Dauer kostet das viel Kraft. Wer ständig für die Stimmung anderer sorgt, hat wenig Raum für die eigene. Erschöpfung oder Ärger über sich selbst bleiben deshalb oft nicht aus.
Fragen, die beim Erkennen helfen
Vielleicht erkennen Sie sich in einigen dieser Fragen wieder:
Sagen Sie oft Ja, obwohl Sie eigentlich Nein meinen?
Fällt es Ihnen schwer, andere um etwas zu bitten?
Fühlen Sie sich schuldig, wenn jemand wegen Ihnen enttäuscht ist?
Spüren Sie sofort, wenn jemand schlechte Laune hat, und versuchen, die Stimmung zu retten?
Behalten Sie Ihre Meinung lieber für sich, damit kein Streit entsteht?
Entschuldigen Sie sich oft, auch wenn Sie nichts falsch gemacht haben?
Wissen Sie manchmal gar nicht mehr, was Sie selbst eigentlich wollen?
Diese Fragen sind kein Test, und es gibt keine Punktzahl. Wenn Sie viele davon mit Ja beantworten, heißt das nicht, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt. Es kann aber ein Hinweis darauf sein, dass Sie sich selbst oft hinten anstellen.
Woher das Muster kommt
Aus Sicht der Schematherapie entsteht People Pleasing oft früh. Manche Kinder erleben, dass Zuwendung und Ruhe in der Familie davon abhängen, dass sie sich anpassen und die Gefühle der Erwachsenen im Blick behalten. Sie lernen daraus: Meine Bedürfnisse kommen zuletzt. Damals war diese Anpassung oft der beste Weg, sich sicher zu fühlen. Im Erwachsenenleben läuft das Muster weiter, auch dort, wo es niemand mehr verlangt.
Wenn Sie sich Ihr eigenes Muster genauer anschauen möchten, buchen Sie gern ein kostenloses Erstgespräch. Dann schauen wir es uns gemeinsam an.
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